Super Bowl - das ist für amerikanische Sportfans ein Wort voller Magie, das bei ihnen spontan Begeisterung und Vorfreude auslöst. Gemeint ist damit das Endspiel um die Meisterschaft in der NFL, der US-amerikanischen Profiliga im American Football. Nach mitteleuropäischer Zeit in der Nacht von Sonntag auf Montag war es wieder soweit, da trafen in Miami die Indianapolis Colts und die New Orleans Saints von 80000 begeisterten Zuschauern aufeinander. Mit dabei waren auch die Rheiner Raptors, die Landesliga-Footballer aus der Emsstadt - aber nur am Fernseher.
Knapp 50 Spieler und Fans trafen sich im Cafe Einstein bereits gegen 21 Uhr, obwohl die der Anpfiff zu diesem sportlichen Mega-Ereignis erst gegen 0.30 Uhr erfolgte. „Wir haben uns noch eine Zeitlang mit Football-Theorie befasst“, sagte Sascha Schluckebier, der Abteilungsleiter der American Footballer beim TV Jahn. Denn die Regeln dieser Sportart sind nur auf den ersten Blick einfach, die Details jedoch für einen Nichteingeweihten kaum zu erfassen. Im Kern geht es darum, den eiförmigen Lederball in die gegnerische Endzone zu befördern, entweder mit Lauf- oder Passspiel. Mit vier Versuchen muss die angreifende Mannschaft zumindest zehn Yards Bodengewinn schaffen, sonst wechselt der Ballbesitz.
„Es war wirklich ein hochklassiges Endspiel“, begeisterte sich Schluckebier über eine Partie, die die New Orleans Saints trotz eines 6:10-Pausenrückstandes noch deutlich mit 31:17 gegen die Indianapolis Colts gewannen. Dabei waren die Colts als Favorit in das Finale gegangen. „Aber bei uns waren 95 Prozent für die Saints, und wer Ahnung hat vom American Football, musste eigentlich auf das Team aus New Orleans tippen“, sagte Schluckebier mit dem Brustton der Überzeugung.
Dabei waren es die Colts, die in der ersten Halbzeit zunächst die Punkte sammelten und scheinbar auf der Siegerstraße marschierten. „Die haben ja auch mit Payton Manning einen erfahrenen Quarterback, der schon mal den Super Bowl gewonnen hat“, meinte Schluckebier, der selbst staunte, wie variantenreich der Spielmacher aus Indianapolis sein Spiel aufzog. Nach einem Fieldgoal des 42-jährigen Matt Stover gelang dann Wide Reciever Pierre Garcon der erste Touchdown zur 10:0-Führung. Doch Garcon fielen auch zwei leichte Bälle aus der Hand, sonst hätte Indianapolis vermutlich deutlicher geführt.
„Beide Mannschaften haben wirklich eine sehr gute Offensive, einfach spitze, selbst für Profi-Verhältnisse. Die beiden Defense-Team sind gemessen an den anderen Profiteams in den USA aber nur guter Durchschnitt“, urteilte Schluckebier. Die Saints kamen in der zweiten Halbzeit richtig in Schwung, souverän geführt von Quarterbeck Drew Brees, der auch zum wertvollsten Spieler des Endspiels gewählt wurde. „Bei ihm kam fast jeder Pass an“, staunte Schluckebier nur. Die Fakten sprachen dann für sich. Denn bei Brees fanden 32 von 39 Pässen ihr Ziel, bei dem gewiss nicht schlechten Manning von den Colts waren es „nur“ 31 von 45.
„Das Spiel war geprägt von diesen beiden Top-Quarterbacks, und deshalb gab es auch zu 85 Prozent Passspielzüge und nur relative wenige Laufspielzüge“, erläuterte Schluckebier. Am Ende unterlief dann aber ausgerechnet Manning der entscheidende Fehler. Tracy Porter von den Saints schnappte sich dreieinhalb Minuten vor Ende der Partie einen verunglückten Pass des Spielmachers der Colts und legte das Lederei nach einem Spurt über 74 Yards zum entscheidenden Touchdown in der Endzone von Indianapolis ab.
(quelle: http://www.mv-online.d...bern_mit_den_Saints.html)
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